Hey Ihr Lieben!

Ich hatte diese Woche die Ehre (husthust) für zwei Tage in unserem städtischen Krankenhaus zu residieren und muss darüber jetzt berichten. Und wenn schon mal was spannendes passiert - hey, warum nicht mitteilen? Ich hab die zwei Tage nochmal Revue passieren lassen und bin über ein paar Dinge gestolpert, die ich mir definitiv anders vorgestellt hatte.



Erwartung: Nette Zimmernachbarn, vielleicht so wie beim Club der Roten Bänder, am besten natürlich ein attraktiver Kerl.
Realität: Die gute Frau L. Sie ist schon seit 5 Wochen im Krankenhaus und scheint sich dort auch ganz wohl zu fühlen und hätte gerne, dass jede Schwester nach ihrer Pfeife tanzt. Ich sollte das übrigens auch: "HALLO. HAAAAAAAALLOOOOOO! DIE MAMALAD, MACHEN SIE MIR  MAL DIE MAMALAD AUF!" gefolgt von "NACHSCHENKEN BITTE!" (Ich glaube ich bin jetzt bestens Gerüstet für jeden Kellnerjob!)
Sie hat sich auch furchtbar gerne mit mir unterhalten, wenn ich telefoniert habe (ist natürlich super oft passiert, so berühmt und beliebt bin ich!), weil sie scheinbar nicht mitbekommen hat, dass ich angerufen wurde. Immer wenn ich was ins Handy gesagt habe, kam von ihr ein "jaja, ist schon recht" oder ein "WAS?" oder ein "genau!" Ich hab mein Telefonat kurz unterbrochen um ihr mitzuteilen, dass ich gar nicht mit ihr spreche, sondern nur kurz telefoniere - hat sie nicht davon abgehalten, weiter auf meinen Teil des Gesprächs einzugehen.
Worin sie auch noch superspitzenklasse war, war, sich immer dann auf ihrem Klostuhl zu erleichtern, wenn ich grade gegessen habe. (Sorry, too much Information!) Das Essen war so eh schon nicht mega gut, aber so hats noch weniger geschmeckt.

Erwartung: Man kann/soll sich im Krankenhaus gesund schlafen, oder schläft prinzipiell den ganzen Tag
Realität: Tagsüber ist es zu laut zum schlafen, in der Nacht schnarcht Frau L. mit Hingabe und sägt dabei den ganzen Schwarzwald ab. Tagsüber sind genügend Schwestern und Ärzte da, die die Türe mal aufreißen und mit Schwung wieder hinter sich schließen. Oder man wird morgens um Sieben (da war ich dann auch endlich mal eingeschlafen) mit den liebreizenden Worten "HALLO, GUTEN MORGEN, ICH MUSS BLUT ABNEHMEN" geweckt. Ja man, das macht Freude.

Erwartung: Es wird relativ früh Abendessen geben, vielleicht so gegen 17:30 Uhr
Realität: Es gab um 16 Uhr Abendessen. Um. SECHZEHN. Uhr. ABENDESSEN. Ich hab das bis jetzt noch nicht verkraftet und ich bin schon wieder seit einiger Zeit draußen. Aber ich habe auch in Erfahrung bringen können, dass man sich scheinbar Pizza bis ins Zimmer liefern lassen kann...

Soweit mal zu meinen Erfahrungen im Krankenhaus.. habt Ihr schon ähnliche gemacht?

Liebe Grüße,
Julia